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Aktuelles

Die Kunstpause lädt ihre Besucherschaft zu einer gemütlichen Zeichnungsrunde mit einem Glas Wein ein. Bild: Facebook Kunstpause

Kunst bis Mitternacht in Zug

Zum neunten Mal findet diesen Samstag die Zuger Kunstnacht statt. In Baar, Cham und Zug laden Galerien, Museen, Kunstprojekte und mehr zu einem Spezialprogramm ein. BesucherInnen können sich auf einen Abend voller Kreativität, Humor und Fantasie freuen.

In Zug, Cham und Baar findet kommenden Samstag, 29. Oktober, die neunte Zuger Kunstnacht statt. Dabei öffnen sieben Galerien, vier Museen, drei Kunstprojekte, drei Kulturhäuser und ein Verein ihre Türen ausserhalb ihres gewöhnlichen Programms von 17 Uhr bis Mitternacht. Die einzelnen Institutionen haben Spezialprogramme mit Vernissagen, Konzerten, Lesungen, Filmaufführungen, Referaten und mehr vorbereitet, sodass sich etwas für jeden Geschmack finden lässt.

Auf Papier und Leinwand

Ein Porträt gefällig zum Beispiel? In der Lakeside Gallery Zug können sich BesucherInnen spontan porträtieren lassen. Die Porträts entwirft Pirmin Beeler ab 17:15 Uhr. Er ist ein Zuger Illustrator und hat 2018 seine erste Graphic Novel herausgegeben mit dem Titel «Hat man erst angefangen zu reden, kann alles Mögliche passieren». Mit viel Liebe zum Detail schafft Beeler Bilder, die sich durch feine Linien und in der Regel erdige, fast naturalistische Farben auszeichnen.

Für das Atelier 63 ist die Kunstnacht von besonderer Bedeutung, denn an diesem Abend begrüsst das Atelier seine Besucherschaft zum letzten Mal auf der Hofstrasse, bevor sein Standort wechselt. Die neun Kunstschaffenden des Ateliers lassen die Besucherschaft all ihre Werke, die sich in den alten Räumlichkeiten befinden, bestaunen, bevor sie für den Umzug eingepackt werden.

Überdies hat das Museum für Urgeschichte(n) gleich nebenan das Atelier 63 dazu eingeladen, eine Ausstellung im Museum zu machen. So präsentiert das Atelier nun einige speziell für die Ausstellung angefertigte Kunstwerke. Diese stehen jeweils im Kontext zu ausgewählten urgeschichtlichen Fundstücken des Museums, wodurch eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht.

In Wort und Schrift

In der Galerie Billing Bild ist gute Laune vorprogrammiert, denn um 21:30 Uhr haben Andaleeb Lilley and Friends ihren Auftritt: Nach dem letztjährigen Erfolg wiederholt die Gruppe ihre englische Stand-up-Comedy-Show aber nicht ohne neue Witze. Andaleeb Lilley hat ihr Fotostudio in Baar, nebenbei organisiert sie bereits seit 15 Jahren englischsprachige Comedy-Events in der Schweiz. Ab und zu steht sie auch selbst vor dem Mikrofon, so wie kommenden Samstag.


Multitalent Petra Lehmann ist nicht nur als Autorin, sondern auch als Tanzlehrerin im TanzArt Tanzzentrum in Ebikon bekannt. Bild: Facebook Petra Lehmann Tanzpoesie

Eine fantasievolle Lesung erwartet die Besucherinnen im Baarer Schwesternhaus. Hier liest die Tanzlehrerin Petra Lehmann aus ihren «Phantoesie»-Büchern. Die Luzernerin ist eine multitalentierte Künstlerin, die sich in Tanz, Wort und Farben auszudrücken weiss. Ihre Bücher sind voller Kurzgeschichten für Erwachsene, in denen sie Fantasie mit Poesie verbindet. Einige davon präsentiert die Autorin im Schwesternhaus jeweils um 18, 20 und 21:45 Uhr.

Nichts zu sehen

Farben und Formen visuell zu erleben, ist für die meisten selbstverständlich. Doch wie sieht der Alltag aus, wenn man gar nicht oder kaum sehen kann? Die Ausstellung des heilpädagogischen Schul- und Bildungszentrums Sonnenberg in Baar erinnert daran, dass dies für mehr als 4 Prozent der Schweizer Bevölkerung Realität ist. Von Franziskanischen Schwestern des Klosters Baldegg gegründet, betreut und begleitet Sonnenberg seit 1925 blinde Personen sowie Personen mit Sehbehinderung. Die Ausstellung im Museum Sonnenberg lässt die Besucherschaft in die Welt der Blindenpädagogik eintauchen und die Geschichte des Sonnenbergs erfahren.

Boriska Winiger wird die BesucherInnen um 18 sowie um 22:30 Uhr durch die Ausstellung führen. Nach 50 Jahren an der Schule hat sie 2019 als letzte Baldegger Schwester Abschied vom Sonnenberg genommen. Um 20 Uhr kommen drei Personen mit Sehbehinderung und Blindheit zu Wort. Sie berichten von ihrem Alltag und erklären, was Sehende über Blindheit wissen sollten.


Im Museum Sonnenberg lernen BesucherInnen Lerntools für blinde und seheingeschränkte Personen kennen, wie zum Beispiel die Braillezeile am Computer. Bild: zlikovec / Depositphotos

An ihrer Ausstellung gibt die Institution Sehenden um 21:30 Uhr eine Kostprobe davon, wie es ist, sich hauptsächlich auf den Gehör- und Tastsinn zu verlassen. Im Dunkeln lernt die Besucherschaft alltägliche Gegenstände sowie Lernmaterial für Blinde auf eine neue Art kennen – so, wie sie auch von SchülerInnen des Sonnenbergs wahrgenommen werden.

Mal mit

Das Kunsthaus Zug lädt die Besucherschaft nicht nur dazu ein, die aktuelle Ausstellung mit Werken des Expressionisten Richard Gerstl zu besichtigen – es fordert sie auch auf, Blei- und Buntstifte selbst zu ergreifen. Um 17:30 und 20:30 Uhr finden im Kunsthaus Malaktionen statt, an denen man ohne Voranmeldung teilnehmen kann. Geleitet wird die Aktion von Kunstvermittlerin Friederike Balke. Sie gibt den Zeichnenden kurze Impulse und ermutigt sie, sich von Werken in der Ausstellung inspirieren zu lassen. Welche Bilder dabei herauskommen, liegt aber in den Händen der BesucherInnen.

Auch die Kunstpause ermutigt BesucherInnen, Stift und Papier in die Hand zu nehmen. Im lockeren Drink and Draw auf dem Shedhallen-Areal werden Interessierte durch eine Zeichnung geleitet. Mit einem Glas Wein in der Hand, in einer geselligen Runde und entspannter Atmosphäre können sich auch BesucherInnen ohne Vorkenntnisse beweisen, dass sie doch zeichnen können.


Ksenia Sadovnikova, ftmedien.ch="_blank">ftmedien.ch, Cham, 27. Oktober 2022